Olivia Abächerli (*1992) untersucht das politische Potential von intimer Fiktion. Dabei betreibt sie proto-archäologische Feldarbeit und erforscht Aspekte des Utopischen und Dystopischen. Ausgehend von der Zeichnung als Erfindungstool entwickeln sich die Projekte in komplexere Narrative, in abstrakte Organisationsformen oder Supportstrukturen. Medial bedienen sich die Arbeiten oft analogen und digitalen Mitteln gleichzeitig, wie ein IT-Programm, Metall und Plastilin, oder ein Internetradio, Holz und Pflanzen. Das Praktizieren von «Para-History»: Im Moment recherchiert sie zu historischen Implikationen der Innerschweiz mit der Kolonialgeschichte, im Bezug dazu auf der Meta-Ebene Theorien zur Mythologisierung von Geschichte, wie sich die rechtspopulistische Rhetorik daran bedient, und wie diese Mechanismen aufgenommen, zurückgespielt, oder durch ‹Gegen-Narrative› entkräftigt werden können. Sie hat einen Master-Abschluss des Dutch Art Institute (DAI) und ist aktuell Fellow der Sommerakademie Paul Klee in Bern.